Da ich von meiner Familie wieder eine Woche, vom 07. - 14.August frei bekommen
, oder sollte ich sagen genommen (?
) habe , will ich dieses Jahr, zum erste mal seit über 25 Jahren wieder über den Schwarzwald in die Alpen
einfahren..
...
Ziel ist, um zum Anfang etwas in Übung zu kommen, zunächst das Schweizer Pässe Karussell
(Susten, Grimsel, Furka, Gotthard, Nufenen) und dann durch das Rhônetal über den großen
St.Bernhardt ins Aostatal. Von dort geht es dann über den kleinen St Bernhard in die französischen Westalpen nach Bourg-Saint-Maurice.
Das sind etwa 900km die man in 3 Tagen schaffen kann.
=> Strecke nach "BourgStMaurice"
Abgesehen von den großen Pässen und BalconyRoads habe ich noch keine speziellen Ziele, da die frz. Westalpen ein einziges großes Ziel
sind und hinter jeder Kurve etwas neues kommt....
Ich buche keine Hotels vorab, werde aber schauen, dass ich bis 16:00 eine trockene Unterkunft mit Kaffee zum Frühstück bekomme und die dann bis 19:00 ansteuere. ( - Mein Zelt, Gaskocher und
Kochtopf nehme ich zur Sicherheit mit.
.)
Soweit der sehr flexibel gehaltene Plan.
Abfahrt 06.08
, Retour 16.08,
da am 17.08 ja der
Stammtisch in Dodenau ist.
07.08.2024, Tag 1
Zwar ein Tag später als geplant und voraussichtlich mit etwas mehr Nässe auf der Strecke bin ich gegen 09:00 gestartet.
Etappenziel ist Glarus in der Schweiz, um morgen - im Regen - das Pässekarusell abzufahren.
KM Stand wie es sich gehört: 51.920
Bei Freiburg hat mich eine Regenwolke erwischt und mich freundlicherweise bis kurz vor die schweizer Grenze bei Lörrach begleitet. Wir haben uns dann für die nächsten 10 Tage voneinander
verabschiedet.
Etwas Regen und mehr Sonnenschein sowie 420km später sitze ich frisch geduscht in meiner AIrBnB "Wohnung" und freue mich auf morgen wie ein kleines Kind.
Zum Abendessen hatte ich noch Besuch von den beiden Wächtern...
Alleine der Blick auf das Gebirge reicht schon aus, um morgen um 6:00 aus den Federn zu
kriechen.
Da die Tour durch Rapperswil am Zürichsee führt, ließ ich es mir nicht nehmen und habe das Haus meiner Eltern besucht.
Dort habe ich die ersten 2 Jahre meines irdischen Daseins gefristet.
08.08.2024, Tag 2
Nach einer entspannten Nacht in den Schweizer Voralpen hörte ich, wie die letzten Gewitter dieser Reise im Norden krachend durchziehen. In Glarus hat es nicht geregnet und der Tag sieht vielversprechend aus. Die Fahrt wird über den Klausen, Susten-, Grimsel-, Furka, Gotthard und Nufenenpass ins Rhonetal führen. Das schweizer Alpenkarusell.
Ich könnte jetzt über jede Kurve, jeden Berg, jede Kuh und auch Murmeltiere und meinen
Emotionen berichten. Ich denke jeder weiß wohl wie man sich fühlt und kann mein immer breiter werdendes Grinsen nachvollziehen, obwohl ich sehr auf die Wirkung und Geräusche meiner Bremsen
fokusiert war…..Doch dazu später mehr.
Mit Respekt durchfuhr ich die folgenden Kurven, denn es war stellenweise noch etwas feucht auf dem Asphalt. Nach der Schranke, die jeden Pass im Winter verschließt werden erfahrungsgemäß die
Straßen etwas ruppiger und damit ist noch mehr Aufmerksamkeit geboten.
Auf dem Klausen war es neblig, auf dem Susten etwas bedeckt, in Altdorf begann es zu tröpfeln. Ab dem Grimsel und den folgenden, Furka, Gotthard und Nufenen war die restliche Tour
mit Kaiserwetter gekrönt.
Über den Nufenen bin ich wieder ins Rhonetal gefahren und habe mir ein Nachtlager gesucht.
Die
WEBSeite www.moppedhotel.de war mir bei der Auswahl eine große Hilfe, nur waren die auf der Seite empfohlenen Hotels
ausgebucht.
Also eines blind gebucht. Volltreffer; beste Unterkunft und Küche auf der ganzen Reise.
=> https://joopi.ch/
Allerdings auch mit 175€ die, die das Budget am meisten schädigt
09.08.2024, Tag 3
Morgens sollte es bei strahlendem Sonnenschein und kühlen Temperaturen durch das Rhonetal weitergehen nach Martigny. Über die St.Bernhards Pässe habe ich mir in BourgStMaurice am Fuße zur Auffahrt des Col d’Iseran eine Jugenherberge gebucht.
In Visp, das etwa 1.000 m tiefer als mein Nachtquartier lag, habe ich mich der überflüssigen Bekleidung entledigt, denn um 10:00 Morgens waren es schon 28°. Obwohl das Rhonetal ab hier, bis
Martigny stark industriell geprägt ist, hielt es sich mit dem gesamten Verkehr in Grenzen und nach einer Stunde war ich in Martigny auf der Spur zum großen St Bernhard.
Ab der Passhöhe fuhr ich zusammen mit einem schweizer Begleiter bis zum Ende meiner heutigen Tour in Bourg St Maurice.
Da war doch noch was mit Bremsen, die mir nicht erneurt wurden? Habe ich wohl im Rausch der Gefühle vergessen.
Während meinem Ostfrieslandausflug hatte ich mein Moped in
die Werkstatt gebracht für den obligatorischen TÜV, eine große Inspektion und neuen Bremsen. So weit, so gut. Als ich das Teil dann abholte erfuhr ich, dass die Bremsen nicht gemacht wurden und
mir schoß erst mal der kalte Schweiß in den Nacken. Wie jetzt? Mit abgefahrenen Backen in die Alpen ?
Nee,nee, das geht noch! sagte der mir seit 25 Jahren bekannte Mechaniker und nach langer hitziger Diskussion und einer schriftlichen Bestätigung nahm ich meinen Rollator in Empfang.
Am Fuß des gr.St.Bernhard hab ich dann auch mal einen Blick auf die Reifen gewagt und gesehen, trotz abgschliffener Fußrasten und abrasierter Gremmlingglocke; Da geht noch
was….
Den Tag habe ich Budgetschonend in einer Jugendherberge verbracht und viele Leute kennengelern die das gleiche Ziel für morgen haben, aber mit gänzlich unterschiedlichen Verkehrmitteln dahin kommen wollen.
Wanderer und Radfahrer, ich weiß nicht wie man sich so etwas antun kann.
Ein Trupp Chinesen, die mit dem Sammeltaxi zur Passhöhe gekarrt werden,
und eben ein paar Mopedfahrer.
Trotz umfangreicher Suche konnte ich hier keine "Elwedrittsche", die bei uns im PfälzerWald heimisch sind, finden.
10.08.2024, Tag 4
Kaiserwetter und erstmalig kein Tau auf dem Moped. Start nach Val d’Isere zum Iseran.
Außer 5 Franzosen auf ihren Rennsemmeln habe ich fast die ganze Strecke für mich. Die WoMos sind noch am schlafen, die Camper dürfen nicht rauf, und an den Radler zieht man vorbei.
… und dann fuhr ich nach über 20 Jahren mal wieder da oben, eben durch diese deutlich längere Hochebene vor dem Pass. Sie ist weitläufiger als die der Schweizer Pässe und es überkam mich.
Ich hab nix mehr gesehen weil ich alter Sack sentimental wurde und Tränen in die Augen bekam und erst mal anhalten musste.
Also, die Therapie wirkt.
Auf der Iseran Passhöhe ist es noch nicht so voll, aber zum verweilen lädt er trotzdem nicht ein. Ein paar Meter weiter ist es ruhiger und ich genieße nochmal die Weite und Gewächs der Hochalpen.
Dann geht es durch das wohl „schönste Dorf der Alpen“, Bonneval sur Arc, bevor ich dann Abbiege um den Mont de Cenise zu erfahren.
Über den kleinen Abstecher Susa, Oulx in italien bin ich dann wieder zurück nach Mt Genevre (F)
Ein Wort zu Italien; auf dieser kurzen Strecke in Italien herrschte ein riesiger Stau, denn zweimal haben sich Mopedfahrer in der Kurve überschätzt und ein WoMo hatte einen Baum als Prellblock in
einer Serpentine verwendet, so dass die Carabinierie kurzfristig diese Streckenabschnitte sperren mussten.
Offensichtlich ticken die Uhren in Italien anders,….
Dennoch, es ging ab der französischen Grenze zügig weiter nach Briancon , der Festungsstadt in den Alpen.
Briançon ist die höchstgelegene befestigte Stadt Europas,
die am Zusammenfluss von fünf Tälern liegt und eine strategische Lage als Knotenpunkt im Herzen der Alpen einnimmt. Als Stadt der Kunst und Geschichte verdankt sie ihren Ruf dem reichen
Kulturerbe, dem Charme der Oberstadt und den Festungsanlagen von Vauban.
(Quelle: https://provence-alpes-cotedaz…uban-briancon-de-2856169/)
um den Col du
Galibier zu bezwingen um in Valloire Pause zu machen.
Valloire ist bekannt für seine Katzen und deren Ars..löcher....
aber auch für Wolfsköpfe , Liebespärchen, Dinos, und vieles mehr...
Um mich noch über den Col de
Telegraphe zu wuchten um dann mein Nachtlager wieder in 1.500 m in StMichel de Maurienne aufzuzsuchen, waren
allerdings noch 100 Spitzkehren in einem schmalen Waldweg zu bewältigen, deer im Ortsteil Beaune endete
11.08.2024, Tag 5
Nach einem angenehmen Abend mit den Mopedfahrern auf der Terrasse und einer ebenso erfrischenden Nacht, durfte ich mich heute wieder vom Berg hinab zum Volk begeben….
Da es Samstag war, waren wohl alle noch im Bett und ich hatte freie Bahn zum Col de Glandon, sowie den Col de la Croix-Fer.
Auffahrt zum Glandon, mit Passfoto, wie es sich gehört vom Glandon.
Und vom Croix de Fer, der gerade mal 2 km daneben liegt
Leider war da schon ein Radlergedränge, so dass ich auf das obligatorische Foto verzichtet
habe.
Dafür aber geht es jetzt Richtung Grenoble in den Vercors.
Und damit war der Weg frei um mir das/den Vercors anzusehen. Hab schon viel gehört, also Combe-Laval, Gorgues de Bourne , Rückzugsgebiet der Resistance im 2.WK und Wohnstätte unserer Vorfahren, etc….
Aber, auch dort war ich schon einmal.
Anno 1983 fuhr ich mit meiner damaligen Freundin zurück aus Südfrankreich und erspähte einen Waldweg. Wir konnten und durften damals noch wild campen. Also rein in den Wald, und nach ein paar Kilometer standen wir auf
einem kleinen Plateau , - vor uns lag hell erleuchtet Grenoble und über den Bergen der strahlende Vollmond.
Ich war so beeindruckt von diesem sich mir bietenden Anblick, dass ich doch tatsächlich vergessen hatte die Füße von den Fußrasten zu nehmen und wir sind dementsprechend voll auf die Schna-se gefallen und wurden dadurch wieder mit der rauhen Realität konfrontiert.
Also südlich an Grenoble vorbei über Wald und Wiesenwege die einer Enduro alle Ehre gemacht hätten. Bilder gibt’s da keine. Da war ich mit meiner Dicken zu beschäftigt.
Nur für unsere Vorfahren hab ich mal gebremst und einen Schnappschuß gemacht.
Oben angekommen hatte ich den Eindruck, ich fahre im Schwarzwald. Die Hochebene im Vercors liegt etwa zwischen 800 und 1000 m, aber dennoch sind rings um Berge, … also doch nix mit Schwarzwald.
Egal, erst mal Richtung Hotel in Pont en Royans. Wenn man aber nicht die Adresse, sondern nur den Ort eingibt, kommt man schnell an Orte, wo man eigentlich nicht hin wollte, …. aber man dafür
einfach mit offenem Mund da steht und glotzt.
Kehrt Marsch und weiter geht’s.
Etwa 10 km vor meinem Nachtquartier wurde die Straße immer enger, und die Berge ringsum immer höher.
Ich war im Gorges de la Bourne.
Und weil es so schön war bin ich die Schlucht dreimal gefahren bevor ich endgültig zum Hotel aufgebrochen bin.
(Y-tu-Video (abba nich von mia))
Abendessen im Hotel gibt es erst um 19:30. Was soll ich Sonntags in einem überfüllten Touristenort machen, außer vielleicht in der Bourne neben dem Hotel baden gehen.
Baden kann ich im Hotel, überfüllte Orte haben wir auch, brauche ich nicht. Also dann lieber mal bei 35°C auf den Rollator und mal 'rum fahren.
So kam ich dann doch noch zum Combe Lavale.
Ein Schauspiel besonderer Art waren die beiden 8 m WoMos die sanft hinter dem ersten Felsüberhang verschwanden.
Und plötzlich war es ruhig. Keiner kam raus, und keiner fuhr mehr hinein.
Klar, die Dickschiffe mussten erst rückwärts wieder von der Strecke gebracht werden, so dass sich diese Verstopfung lösen kann. Ich hatte Spaß und als sich alles beruhigt hatte, half ich den Herrschaften doch noch unfallfrei zu wenden.
Am Ende des Combe Laval gab es noch den Col de la Machine, grandiose Aussichten und überraschend gute Straßen.
Abends gab es noch ein sehr gutes Lammragout im Hotel, sowie ein Zimmer mit Klimaanlage.
Welch ein Luxus.
Das ich das noch erleben durfte......
... und die Dickschiffe hielten Nachtwache neben meiner "kleinen"
12.08.2024, Tag 6
Die beiden netten Frühstücks-Damen vom Hotel hatten mir noch meinen Pott Kaffe befüllt und sich über meine Tonne auf dem Moped amüsiert. "Seid ihr in Deutschland tatsächlich schon so arm, dass
ihr euch keinen Sozius mehr leisten könnt?"
Die politischen Ereignisse im besten Deutschland aller Zeiten holen mich ein.
Die Dickschiff-Fraktion liegt noch im Bett, aber mein Rollator ist schon gepackt und ich mache mich recht früh auf den Weg um noch etwas den Vercors zu erkunden. Die Lanschaft und die Kurven
hinderten mich daran Bilder zu machen.
Abgesehen von den beeindruckenden Schluchten und Balkonyroads ist es doch ein recht kleines Gebiet, welches immer wieder in einer weiten heißen Ebene nach 30 - 40 km endet. Aber nichts desto
Trotz, sehr beeindruckend aber nach 2 Tagen hat man fast alles abgefahren.
Danach starte ich wieder zurück in die Alpen.
Und zu Hause fand ich dann DAS, was meinen Aufenthalt vielleicht noch um ein paar Tage verlängert hätte...
Egal. Der Weg ist das Ziel, so dass der Weg mal wieder in den Vercors führen wird.
Da ich noch einige Tage Luft habe und das Wetter mitzuspielen scheint plane ich über Col du Lautarent, Galibier und Iseran wieder zurück zur Jugendherberge zu fahren, um von dort die mir bislang
unbekannte Route der RdGA bis zum Start, oder Endpunkt, in Thonon les Bains am Genfer See zu fahren. Somit weiß ich was mich und meine Töchter vielleicht in einem der nächsten Jahre erwartet.
Auf Fotos mit dem Pass-Schild habe ich verzichtet, denn die gibt es in tausenden verschiedenen Blickwinkeln im Internet zu Hauf.
Dafür aber habe ich mich auf dem Immobilienmarkt an der Auffahrt zum Iseran umgeschaut und tatsächlich einen für mich geeigneten Alterswohnsitz gefunden. Leider direkt neben dem Highway ohne Garage, so dass ich mich doch dagegen entschieden habe, obwohl die Aussicht bisher unverbaut ist....
stehen auf der anderen Seite des Passes schon die ersten Bauschilder, Werbeplakate, oder wie die in Mannheim genennten Stahlskulpturen: Sperrmüll.
Ich weiß es nicht.
..allerdings mit sehr schönem Vorgarten
Der Tag endete relativ unspektakulär in der Jugendherberge an der Nordrampe des Iseran, die ich schon vor drei Tagen aufgesucht hatte ,nachdem ich die bekannten Pässe, nun von der anderen Seite erklommen habe.
Und wieder zeigt sich der Vorteil einer Jugendherberge gegenüber dem luxuriösen Hotel, dem gesicherten
Privatbereich und dem vielleicht besseren Speisenangebot. Du hast sofort Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen die genau wie du ein Ziel haben. Irgendwie auf den Berg, oder über den Pass
zu kommen. Je nach Herkunft wird die Konversation kryptisch mit Händen und Füßen durchgeführt, aber meistens sitzt einer mit am Tisch der als Dolmetscher fungieren kann, wenn man nicht die
Sprache seines Gegenüber versteht.
Nach einem Abendessen für schlappe 15€ und den Übernachtungskosten von 32€ war mein Budget wieder geschont und ich konnte mir noch ein Bier leisten und habe etwas übrig um beim
Schönheitschirurgen meine Nippel richten zu lassen
.
13.08.2024, Tag 7
Ein Bild der strecke habe ich zwar nicht, aber dafür den Streckenverlauf in Google Maps.
Im winter bringt es aber nichts den anzugucken, denn die Pässe sind gesperrt.
So, da sitze ich nun als alter Mann in einer Jugendherberge, trinke meinen Kaffee, - ( Bier gab es übrigens am Abend auch), und plane meine Strecke nach Thonon les bains am Genfer See, über die ersten 5 Pässe der RdgA.
Also auf ...
zum Cormet de Roselend (1968m), und wieder runter-
Kurz vor dem Col des Aravis (1486m) in La Giettaz musste ich feststellen, dass meine Dicke doch mächtig abgenommen hat. Tut ihr auch mal gut.
Der Col de Saisiers (1650m) , der Col de Colombiere (1613m) und der Col des Gets 1172m) sind die letzten, (oder ersten ) Pässe auf der Alpen tour die im Einzugsgebiet der Städte um den Genfer See liegen und deren Passhöhe vollständig überlaufen waren. Anhalten und Fotografieren will da wirklich niemand. Dann lieber mal bei Google StreetView reinschauen.
Der Cormet de Roselend ist der letzte Pass auf meiner Tour der noch etwas wildes und einsames hat.
Im Hintergrund lies sich auch der Mt Blanc mal kurz blicken....
Und dann kam ich an dem mondänen Badeörtchen Thonon l.B an und fand recht schnell den Startpunkt. Einmal abgelichtet und wieder raus aus der Stadt, um mir noch ein Abendessen auf der Schweizer Seite zu gönnen.
Der zum geplanten Restaurant machte wieder den Enduros , heute sind es GS Fahrer, alle Ehre, denn die breite der Straße entsprach nicht nur der Schlaglochtiefe, sondern auch der Schotterbelagshöhe.....
Dann saß ich wieder auf 1300 m über dem Genfer See und mir wurde mitgeteilt dass die Küche erst um 18:00 Uhr aufmacht.
Also erst mal den Kopf in den tröpfelnden Brunnen am Straßenrand und einen tiefen schluck aus dem Trog....
Ist halt dumm gelaufen. Also den anderen Weg, der zumindest auf Maps gut aussah, wieder hinunter nach Montreux.
Dennoch kam ich bei 34°C nicht ins schwitzen, denn der größte teil des Waldweges verlief in dichtem Wald.
Apropos Google Maps.
Ich hatte mir irgendwann die Gesamtkarte der Westalpen Offline heruntergeladen, so dass ich als deutscher Tourist ohne Internetverbindung im eigenen Land nicht in Schwierigkeiten komme. Das GPS Signal war hervorragend, und selbst in den tiefsten Schluchten des Vercors und den Weiten des Iseran hatte ich vollen 4G Empfang. Komisch. Daher lief meistens Google Maps als Wegweiser am Lenker mit.
Dann war ich um 17:30 in der Jugendherberge und konnte mir noch ein Abendessen bestellen. Die vielen Gesprächspartner und 2 Flaschen Bier zur Stärkung für den nächsten Tag, veredelten den vorletzten Tag.
Blick aus der JH Kantine zum See mit Badeinsel und aufziehendem Gewitter und einer Wolkenwand von Westen...
Moped steht trocken, der Regen kann von mir aus kommen und die Planung für morgen beginnt
Meine Reise soll mich durch den schweizer Jura über kleine Straßen zum Grande Ballon in den Süd-Vogesen bringen wo ich noch einmal übernachten möchte.
Jetzt erst mal gute Nacht, in einem Pumakäfig in dem ein Bär schnarcht.
Der Puma war ich zwar nicht, aber der Bär. Offensichtlich konnte einer der Mitbewohner im Zimmer nicht schlafen.
Hat mich in dem Moment aber echt nicht gejuckt.
14.08.2024, Tag 8
Nach einem ausgedehnten Frühstück habe ich dann langsam wieder meine Siebensachen gepackt und mit den Jungs auf der Terrasse noch einen Abschiedskaffee getrunken.
Zwischenzeitlich hat es nach dem Gewitter der Nacht etwas abgekühlt, aber die Sonne brennt schon wieder alles trocken. Außerdem stand mein Rollator unter der Eisenbahnbrücke auf einem trockenen Plätzchen, so dass ich nicht meinen Sitz trockenwischen musste. Ein paar Gewitter und Regenwolken sind noch im Westen unterwegs, aber vielleicht schaffe ich es diesen davonzufahren. ... von Hinten kommt was, aber nach vorne , Richtung des schweizer Jura, da ist blauer Himmel. Und da fahr ich hin.
Über Lyss ging es nach Grenchen, auf den großen und kleinen Grenchenberg. Ich habe nur gesehen, da sind Serpentinen, da fährst du mal hin. Bis zum Restaurant war die Straße ja auch noch eine Straße, oder besser ein gut Asphaltierter Landwirtschafts weg.
Allerdings nahm die Breite mit zunehmender Höhe ab. Das hängt sicher an den Kuhsperren, damit nicht so viel Metall verbraucht werden muss. Und dann kam die Schotterpiste, an deren Ende ich endlich allen Mut zusammengefasst habe um anzuhalten und die halb Asphaltierte Straße abzulichten. Ein Auto, 2 Räder im Schotter und ein Moped werden schon etwas eng....
Ich bin noch voll im Zeitplan, als mich dann noch die Holzfäller zu einer Zigarettenpause genötigt haben. Dazu ein Schluck Kaffe aus der Jugendherberge und dann saß ich etwa 15 Minuten bei dann leicht einsetzendem Nieselregen irgendwo am Rande einer Kuhwiese in der Schweiz.
In Moutier angekommen durfte ich dann zum Abschluß noch einmal die letzten größeren Felsen der Voralpen genießen als mich ich Richtung Mühlhausen im Elsaß auf gemacht habe.
Das wird nicht mehr kommen, zumindest nicht mehr in diesem Ausmaß, aber dafür haben die Vogesen einen ebenfalls urtümlichen und fast wild, einsamen Charakter . dazu kommt, dass der meiste Warenverkehr über Deutschland abgewickelt wird, und damit die Vogesen leer von LKW sind. Als Nachtlager werde ich mir dieses mal wieder ein Hotel in den Vogesen gönnen, so dass ich doch noch eine schöne Strecke für morgen habe.
Zur Sicherheit noch einen Blick auf die WetterApp, wie weit ich denn zwischenzeitlich dem Regen davongefahren bin....
Und da war sie. Die Ernüchterung, die ein jeden Mopedfahrer erschaudern lässt um sich dann wie ein räudiger Hund in irgendein Loch verkriechen zu lassen !!!
Eine Regen, Hagel, Schnee, Gewitter, Katzen und Hunde ausspuckende Wetterfront im Westen der Vogesen on Basel bis Metz.
DAS wollte ich mir dann doch nicht geben. 2.300 km mit 20 km Regen am ersten Tag ist ok. Aber dann nochmal in 300 km Regen nach Hause fahren wollt ich nun wirklich nicht. Da bin ich zu alt für.
Hotel war noch nicht gebucht, so dass mir die Entscheidung recht leicht viel.
Richtungsänderung nach Basel, und ab dort auf die BAB nach Hause.
Ich konnte jedem Tröpfchen ausweichen und kam trockenen Hauptes, etwas verärgert aber gesund wieder zu Hause an.
Auch wenn es 8 Tage waren, es war sehr schön, aber deutlich zu kurz für so einen verrückten wie mich ...
Der End km Stand beträgt 54.584 km, und somit habe ich 2.664 therapeutisch wertvolle Kilometer für mein Wohlbefinden genießen dürfen.
Zuhause ist es aber auch irgendwie schön und man hat etwas zu erzählen für die vielen Zuhörer die sich dann einfinden wenn der Opa wieder zu Hause ist.
Heute allerdings, nach 2 Wochen, ist die Wirkung schon wieder verflogen, so dass ich bald wieder eine Therapietour machen muss um meinem Seelenheil die notwendige Pflege zukommen zu lassen.










































































































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